Dawn of the Stupid oder warum ich Projektwochen hasse

Verdammt. Projektwoche in der Schule. Super, das erste Mal wurde ich da eingeteilt, wo ich eigentlich sein möchte, das erste Mal seit 3 Jahren, also drei Projektwochen, in denen ich ödeste Alternativen über mich ergehen lassen musste: Filmen. Das heißt: Eine Woche einen Film mit einem Team aus ein paar Mitschülern drehen, Wahl ist frei, Themenwahl. Dachte ich zumindest. Dazu später mehr. Anyway, es stand von Anfang an unter einem schlechten Stern, weil Montag, also gestern, frei war und wir nur 4 von 5 Tagen zur Verfügung hatten, und 5 ist schon sehr wenig.

Aber richtig schlimm wurde es erst, als ich die Gruppenaufteilung sah. Damn! Warum musste man ausgerechnet die größten Vollidioten der ohnehin schon idiotenvollen Schule für das begehrteste Thema verwenden? Und darunter kein einziges, halbwegs hübsches Mädchen, was schon viele Filmideen unmöglich machte. Super, 4 Tage mit 3 Idioten verbringen und einen Film drehen?

Und der Höhepunkt kam ja erst. Der Lehrer teilte die Teams ein, und von insgesamt 11 Idioten wurden genau die 3 dümmsten und hässlichsten bei mir eingeteilt. Alle aus meiner Klasse. Auffällig? Ich stellte Mr. Teacher zur Rede.

„Das liegt eben daran, dass du eben nicht leicht im Umgang bist und deine Klasse dich vielleicht schon ein wenig besser kennt und leichter mit dir umgehen kann.“ – WTF? Das heißt, weil ich ja so ein Problemkind bin, darf ich nur mit Idioten, die mich zwar ein wenig besser kennen, aber dennoch riesige Idioten sind, einen Film drehen? Das konnte nur schiefgehen. Ich hätte austreten können, aber die Alternativen waren noch übler (Reise in Kanton Jura um Bergzusteigen, Brettspiele spielen mit vergreisten Pädagogen etc…). Also nahm ich es hin und bereitete mich in den Ferien darauf vor.

Heute war dann also der Tag, und die Arbeiten an einem Film begannen. Ich verhielt mich so toll, wie ich konnte (4 real), und irgendwie brachten wir auch ein mehrheitlich akzeptiertes Drehbuch zustande. Vier Leute ziehen in ein verfluchtes Haus ein, und einer nach dem anderen stirbt und am Ende bleibt nur noch einer übrig. Sehr unkreativ, aber etwas besseres konnte man eh nicht machen, da Regel 2 von den Regeln lautet:

„Keine Gewalt oder Brutalität. Wir wollen einen qualitativ hochwertigen (Anm: HAHAHAHAHA, sorry) Kurzfilm machen und dazu darf keine überflüssige Gewalt (spritzendes Blut etc.) verwendet werden, ebenfalls kein Nikotin- und Alkoholkonsum.“ – Toll, die haben bestimmt noch nie etwas von Stilmitteln gehört? Das schränkt alles extrem ein.

Na ja, als das Drehbuch dann eben, wie gesagt, mehr oder weniger fertig war, kam dann plötzlich der Lehrer (den ich trotz allem schätze, irgendwie, zumindest als Person ist er sehr nett, aber als Lehrer eher ungeeignet) und man musste das „Drehbuch“ (welches komplett lächerlich war, eigentlich) vorlesen. Dann meinte der Lehrer, „warum müssen sie denn alle sterben? Wäre es nicht viel schöner, wenn am Ende alle überleben können und es ein Happy End gibt?“. Riesiger Schwachsinn natürlich, ein happyendiger Mysteryfilm? HAHAHA. Aber nein, die anderen Schüler ließen sich tatsächlich beeinflussen und sagten, es sei „schon irgendwie, also ein bisschen, wahr“. Diese kleinen Noobs! Und dann begannen die, mich dafür anzugreifen und mich für das Drehbuch zu beschimpfen, ich mache ja immer nur, was mir passen würde. Ich ging dann raus, sonst hätte es noch böse geendet. Irgendwann ging ich wieder rein und das ganze Drehbuch war „überarbeitet“, nur einer darf sterben (meine Rolle) und alle überleben „irgendwie“.

Super, nicht? Und heute Nachmittag begann dann der „Dreh“. Es gab nur Streit, weil alle gegen meine Ideen waren, die die einzigen vernünftigen Ideen waren, da ich mich wenigstens ein BISSCHEN mit Filmen auskenne. Und so wurde alles auf ein Minimum reduziert. Nun haben wir etwa 10 Minuten Material zusammengekommen, von dem eh 5 Minuten geschnitten werden, wenn nicht mehr, und alles auf einem dermaßen tiefem Niveau, dass sogar mir die Galle hochsteigt.

Danke, dass ihr meinen Traum von einem tollen Amateurfilm so versaut.

~ von froschvampir am Mai 13, 2008.

Eine Antwort to “Dawn of the Stupid oder warum ich Projektwochen hasse”

  1. BBoah, Frosch! Wie böse! Echt. ey.

Eine Antwort schreiben