Ich hasse „gute“ Literatur.

Schlechte Literatur: Einfache, anspruchslose, aber unterhaltsame Geschichten, sprachlich einfach, für jedermann zugänglich.

Gute Literatur: Schachtelsätze verbergen den eigentlich schwachen Plot und täuschen Weisheit vor, kombiniert mit vielen möglichst exotischen Fremdwörtern.

So ist es doch und nicht anders. In der Schule lese ich gerade ein Buch, „Der Vorleser“. Der Lehrer findet es ein gutes Buch, etwas Richtiges. Na ja, nur schon als ich den Plot auf der Rückseite lesen durfte, graute es mir, und das Buch ist wirklich schlimm. Es geht um einen anfangs 15-jährigen Jungen, der täglich Sex mit einer 36-jährigen Frau hat. Jahre danach sieht er sie wieder und erfährt, dass sie ein Nazi war. Das ganze ist so derart dämlich pseudopoetisch beschrieben, dass das Lesen einfach nur qualvoll ist. Man kann keine Beziehung zum Helden herstellen, weil er einfach ein Arschloch ist. Ich meine, er ist 15 und hat Sex mit erwachsenen Frauen, stielt Sachen, gibt sich arrogant und schreibt einfach abwertend über alles normale. Was soll das? Klar darf ein Protagonist ein Arschloch sein, aber so weit und so ernst sollte ein Buch nicht gehen. Mir wäre es ja egal, wenn es nicht Klassenlektüre wäre. Hinten findet man noch Lobtexte von irgendwelchen Kritikern, aber meinen die Publisher, das macht das Buch besser? Nein. „Der Vorleser“ ist trash und wenn das „gute Literatur“ ist, dann lese ich lieber schlechte Literatur.

~ von froschvampir am Juni 4, 2008.

Eine Antwort to “Ich hasse „gute“ Literatur.”

  1. Genau meine Meinung! Diesen Schund von Klopapier mussten wir in der Schule auch lesen… Ich habe es nie verstanden, warum ich zu diesem Zeitpunktt mein Leben für das Lesen eines solchen Mülls verschwenden. Ganz zu schweigen vom Autor, der ohnehin eher seltsame bibliofile Substanzen braut…

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